Open-Source-Kryptowährung kann beinahe schon als Modewort angesehen werden und viele Leute behaupten, diese Art von Kryptos entwickelt zu haben. Aber nicht jeder versteht, was das eigentlich ist. Bevor wir uns Open-Source-Kryptowährungen genauer ansehen, müssen wir verstehen, was Open Source eigentlich bedeutet.

Was ist “Open Source”?

Open Source ist zu einem der populärsten Begriffe in Bezug auf die Blockchain-Technologie geworden. Am einfachsten ist es, wenn man sich Open Source wie ein Buch vorstellt, an dem jeder mitarbeitet und von dem jeder seine eigene Version herstellen kann.

Ein offener Quellcode ist für jedermann zugänglich, was bedeutet, daß jeder Entwickler einen Blick darauf werfen und seine eigenen Modifikationen am Code vornehmen kann. Auch wenn diese Änderungen möglicherweise nicht übernommen werden, können sie zumindest von der Community in Augenschein genommen und diskutiert werden . Die Community kann dann darüber abstimmen, ob der geänderte Code beibehalten oder abgelehnt werden soll.

Bitcoin mag vielleicht die populärste Open-Source-Kryptowährung sein, allerdings gibt es heute noch viele andere Währungen in diesem Bereich. Was das Open-Source-Protokoll so einzigartig macht, ist die Tatsache, daß die Nutzer im Ledger einen Konsens erreichen müssen, damit der Blockchain ein neuer Block hinzugefügt werden kann.

Hier kommt das Konzept der Hard Fork und Soft Fork zum Tragen. Von einer Soft Fork spricht man, wenn Entwickler in der Krypto-Community Änderungen vornehmen, diese abwärtskompatibel sind und die älteren Versionen der Software mit den neueren Versionen funktionieren. In Hard Forks müssen alle Nodes in die neue Version der Software konvertiert werden und die älteren Versionen werden nicht mehr erkannt. Eine Hard Fork verursacht einen dauerhaften Split in der Blockchain, wodurch zwei unterschiedliche Chains entstehen – die ursprüngliche und die neue Version.

Open Source Kryptowährungen

Bitcoin ist wohl das beste und bekannteste Beispiel für eine Kryptowährung. Es ist jedoch nicht die einzige Open-Source-Kryptowährung auf dem Markt. Drei der beliebtesten Open-Source-Kryptowährungen auf dem Markt sind – neben Bitcoin – Litecoin, Monero und Zcash.

– Litecoin

Litecoin (oder auch LTC), hat aktuell einen Marktwert von 7,13 Milliarden US-Dollar und ist die weltweit fünft wertvollste Kryptowährung nach Marktkapitalisierung. Diese Open-Source-Kryptowährung wurde 2011 als Alternative zu Bitcoin eingeführt und arbeitet unter der gleichen Prämisse wie BTC. Es wurde jedoch bei der Entwicklung darauf geachtet, das Coin schneller und leichter zu machen als seinen Vorgänger – daher auch der Name.

Litecoin läuft auf einem Netzwerk, dessen Quellcode vollständig offen ist und nicht von einer Einzelperson oder Gruppe gesteuert wird. Der Erfinder des Coins, Charlie Lee, hatte ein Zusammenspiel von Litecoin und Bitcoin im Sinn (ähnlich wie bei SIlber und Gold), ganz besonders wenn Bitcoins Skalierungsprobleme die Transaktionen verlangsamten.

– Monero

Die Nummer 11 auf der Liste der Kryptowährungen mit einer Marktkapitalisierung von 3,07 Milliarden US-Dollar. Monero ist Bitcoin von seiner Struktur her unheimlich ähnlich. Die Währung erblickte 2014 das Licht der Welt. Der Schöpfer des Coins ist (genau wie bei Bitcoin) bis dato unbekannt.

Der USP (Unique Selling Point) dieser Kryptowährung ist seine besondere Datenschutzfunktion. Eines der Dinge, die die Privatsphäre der Nutzer sichern, ist die Verwendung von Stealth Adressen, die man als zufällig erstellte Einwegadressen ansehen kann. Die Anyonymität bleibt somit voll erhalten.
Zusätzlich kommt bei Monero eine einzigartige Form der Kryptographie zum Einsatz: Ringsignaturen – diese sorgen dafür, daß alle Transaktionen zu 100% privat sind. Sie können nicht mit einer Person verknüpft oder verfolgt werden. Diese Ringsignaturen sind eine Form von digitalen Signaturen, die von jedem Mitglied der Community mit einem Schlüssel ausgeführt werden. Weiterhin sind diese Ringsignaturen auch nicht verfolgbar, so daß man nie herausfinden kann, wer in der Gruppe diese Signatur erzeugt hat.

– Zcash

Genau wie bei Monero geht es bei Zcash um den Schutz der Privatsphäre. Noch mehr Gemeinsamkeiten gibt es jedoch nicht. Zcash wurde 2016 vom Kryptographen Zooko Wilcox erschaffen. Es handelt sich um eine Open-Source-Kryptowährung. Es kommt ein spezielles Proof-Of-Construction zum Einsatz, daß das als zk-SNARK bekannte Netzwerk absichert.

Zk-SNARK ist ein Akronym und “zero knowledge succinct non-interactive argument of knowledge”. Es bezieht sich auf einen Konstruktionsnachweis, bei dem der Nachweis des Besitzes von Informationen in Form eines geheimen Schlüssels erbracht werden muss. Diese Informationen wir zu keinem Zeitpunkt offengelegt, und es kommt auch zu keiner Interaktion zwischen Prover und Verifier.

Auch wenn es sich bei Zcash um eine der jüngsten Kryptowährungen handelt, wird das Coin mit einer Marktkapitalisierung von 825,92 Millionen US-Dollar bereits als eine der besten 30 Kryptowährungen der Welt angesehen.

Da es sich bei diesen drei Kryptowährungen um Open-Source-Projekte handelt, gibt es regelmäßige Aktualisierungen und Entwicklungen sowohl bei den Frameworks als auch in den Protokollen. Es ist völlig normal, daß Mitglieder von Communities unterschiedliche Meinungen haben, und unter diesen Umständen muss eine Meinung sich gegenüber einer anderen durchsetzen – so funktioniert der Konsens. Dies führt dazu, daß diese Kryptowährungen zuverlässiger und stärker werden, da schlechte oder schwache Ideen getestet und zurückgewiesen werden.

Tatsächlich könnte man Open-Source-Kryptowährungen als die ultimative Form der Demokratie ansehen, bei der alle Stimmen gehört werden und eine Einigung notwendig ist, um dem System zu weiterem Wachstum zu verhelfen.

Über den Autor:

Riely Cooper  LinkedIn

Ich bin ein freiberuflicher Autor aus Chicago, Illinois. Ich habe einen B.A. in Economics von der University of Chicago und einen M.A. in Financial Economics von der Columbia University. Ich finde die Welt der Kryptowährungen faszinierend, aufregend und revolutionär und schätze mich glücklich, in der Lage zu sein, diese bahnbrechende finanzielle Achterbahn miterleben zu können.

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