Die Blockchain setzt ihren Kreuzzug zur Revolution der inneren Abläufe eines jeden Industriezweigs fort, und nun sieht es so aus, als würde einer der bereits früh erwarteten Anwendungszwecke der Blockchain endlich Früchte tragen. Wie es viele Blockchain-Enthusiasten wohl gerne bestätigen werden, ist die Retail Industry (also der Bereich des Verkaufens) ein überfälliges Ziel der Blockchain.

Die Größe des Marktes und die Möglichkeit, sowohl im Bereic B2B als auch B2C zu agieren, scheinen sehr interessant. Viele innovative Unternehmen haben gute Arbeit geleistet und langsam zeichnet sich ab, wie stark sich der Retail-Bereich dank der Blockchain verändern wird.
 
 

1. Logistik

Genau wie ein winziger Bruchteil eines Bitcoins auf der Blockchain verfolgt werden kann, ist die Überwachung ‚echter‘ Güter (z.B. beliebige Waren) ebenso möglich. Die bisher genutzten Lösungen sind von Mittelsmännern und hohen Gebühren geplagt – beides Dinge, die für die ordentliche Überwachung des Warenverkehrs unabdingbar waren. Unternehmen wie UPS investieren enormes Kapital, um sicherzustellen, daß die Lieferungen pünktlich durchgeführt werden. Mittlerweile befasst man sich dort mit der Blockchain, um in Zukunft effizienter und kostengünstiger arbeiten zu können.
 
Es hängt alles am Ledger. Sobald ein Ereignis auf dem Ledger bestätigt wird, wie etwa ein IoT Beacon, daß einen Checkpoint passiert, gilt dies als permanent. Ein dezentraler Ledger ist quasi ein für mehrere Nutzer verfügbares Spreadsheet, daß sich automatisch updatet und Nutzern auf allen
Zugriffsebenen ein einfaches Synchronisieren und Arbeiten ermöglicht. Die hohe Transparenz eines solchen Systems ermöglicht die Ermittlung von Verlusten auf
dem Transportweg, lässt Spediteuren Freiraum bei den von den Wetterbedingungen abhängigen Transportkosten, und erlaubt eine präzise Einschätzung der Lieferzeiten. Unternehmen können diese Vorteile nutzen, um Kosten zu sparen.

Diese Kostenersparnis können sie dann an den Endkunden weitergeben.
 
 

2. Produktfälschungen

Für eine ungeübte Person kann es schwierig sein, eine Produktfälschung als solche zu erkennen. Die Blockchain kann Gütern allerdings eine nachweisbare Identität verschaffen, vergleichbar mit der Vergabe von Wallet Adressen für Kryptowährungen. Ein Unternehmen, daß zum Einscannen von Waren eine Dienst wie etwa Block Verify nutzt, kann eine Fälschung sehr leicht durch das Nichtvorhandensein auf der Blockchain feststellen. Wenn bspw. eine Ladung Handtaschen den Transportweg durchläuft, kann jede einzelne Handtasche den Ledger anpingen, um von diesem anhand einer eindeutigen ID bestätigt zu werden. Somit kann die komplette Lieferung jederzeit auf Vollständigkeit überprüft werden.
 
Diese Innovation ist vor allem für den High-End Retailer oder auch pharmazeutische Unternehmen sehr nützlich, da diese enormen Schaden davontragen,
falls eine Produktfälschung den Weg in die Regale findet. Glücklicherweise kann durch den Einsatz mobiler Geräte jeder Gegenstand mit einem Label versehen und mit dem Ledger synchronisiert werden, was den Verlust oder auch den Austausch mit einer täuschend echten Fälschung fast unmöglich macht.
 
 

3. Der Token-Effekt

Der Teil, der der Blockchain großen Wert verleiht, ist die einzigartige Möglichkeit, Tokens zu nutzen. Tokens sind vergleichbar mit verschiedenen Währungen, die für gewisse Services und Transaktionen genutzt werden können. Die Nutzer können Tokens wie Geld verwenden, allerdings sind sie dank der Anbindung an den Ledger flexibler als Bargeld. Durch clevere Nutzung von Smart Contracts können Unternehmen steuern, wann und wie Tokens auf ihrer Blockchain genutzt werden können. Das ermöglicht sozusagen eine maßgeschneiderte Kundenbindung, was weit über den rein praktischen Aspekt der Tokens hinausgeht.
 
Für den Handel gibt es viele Anwendungsbereiche, allerdings dürfte der Bereich Discount am stärksten profitieren. Online-to-offline Rabattunternehmen wie etwa Groupon nutzen noch immer die ineffizienten Modelle, die nicht viel mehr leisten, als einzelne Besuche von rabattsuchenden Kunden zu belohnen. Dies wird sich allerdings bald ändern. Firmen wie HotNow nutzen Tokens bereits jetzt, um den Händlern bessere Geschäfte zu ermöglichen. Für das Lösen kleiner Aufgaben (etwa das Posten eines Review oder Bildes auf Social Media), das Spielen eines Mini-Games, das Testen eines neuen Produkts oder andere Aktionen werden Kunden mit HotTokens belohnt, die sie später beim Händler ihrer Wahl einlösen können. Der Ledger zeichnet alles auf und zeigt den Händlern, wer ihre treuesten Kunden sind, und ermöglicht das Anbieten von gezielten Rabatten.
 
 

4. Sicherheit

Online Shopping ist zweifelsohne der am schnellsten wachsende Sektor in der gesamten Handelsbranche. Es gibt dafür einen Begriff: eCommerce. Trotz der enormen Größe hat der Bereich seit seiner Einführung mit einer Sache zu kämpfen: Vertrauen. Wie man beim letztjährigen Vorfall bei Equifax sehen konnte, hat es Konsequenzen, wenn man seine sensitiven Daten und Informationen zur Identität
großen Konzernen anvertraut, die diese Daten auf zentralen Servern speichern. Es ist egal, wie ’sicher‘ diese Systeme angeblich sind. Auch helfen die zahllosen Logos von Norton, TRUSTe oder McAfee nicht, die üblicherweise auf den Seiten der Online-Shops zu sehen sind. Zentrale Systeme sind immer angreifbar.
 
Die Blockchain ist glücklicherweise dezentralisiert: Ein Hacker, der auf eine der Nodes Zugriff erhält, wird nur einen winzigen Bruchteil an Information vorfinden. Nicht genug, um Schaden anzurichten. Die vorgefundenen Daten sind außerdem ein einziger nicht indentifizierbarer Wirr-Warr, da nur Personen mit dem passenden Private Key die Info entschlüsseln können. Das System der Public und Private Keys weist die Aufgabe der Verschlüsselung dem Nutzer zu, und nicht einem der zahllosen Services, die genutzt werden. Gleichzeitig müssen Anbieter auch keine verlässliche KYC-Methode (Know Your Customer) zum Einsatz bringen.
 
 

5. Zahlungen vereinfachen

Es mag nur wie ein kleiner Vorteil erscheinen, aber die Möglichkeit, beim Bezahlen zwischen verschiedenen Währungen wählen zu können, erweist sich als eine große Sache. Für eine Einzelperson ist es vielleicht lästig, beim Reisen sein Geld in verschiedene Währungen umtauschen zu müssen, aber für Unternehmen mit großem internationalem Handelsvolumen kann sich dies als eine enorme finanzielle Belastung auswirken. Blockchain-Lösungen wie
‚Request Network‘ werden schon bald Transaktionen zwischen zwei beliebigen Parteien vereinfachen, völlig unabhängig von den jeweils verwendeten Währungen.

Weiterhin wird bequemer, automatischer und kostenloser Tausch von Währungen auf der Blockchain vielen Unternehmen niedrige Kosten und neue Kundschaft bescheren.
 

Bereit für 2018

Es könnte ein großartiges Jahr für den Bereich Retail werden, falls die Blockchain ins Geschehen eingreift. Die Innovationen aus den beiden Bereichen zeigen in Kombination miteinander bereits Wirkung. Wettbewerber, die diese Technologie vernächlässigen, werden mit Einbußen zu kämpfen haben.

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